Wahlkampfmanagement

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Wahlkampfmanagement

"Fit für den Wahlkampf" mit GreenCampus-Trainer Albert Eckert:
 

Campaigning x 21. Jahrhundert = Barack Obama. So könnte die Formel lauten. Aber worauf kommt es beim Wahlkampf heute tatsächlich an?
Glaubwürdigkeit! Und gerade das kann man an Barack Obama studieren. Wer versucht, nur technische Details und Gadgets aus dem US-Wahlkampf zu importieren und dann eine farblose Figur als Messias verkaufen möchte, wird verdient scheitern. Ohne Glaubwürdigkeit geht in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrise, von Parteispenden- und Missbrauchs-Skandalen nichts. Wer glaubwürdig ist, gute Ideen hat und führen kann, wird gewählt. Das war so und wird bleiben.

Was brauchen PolitikerInnen, MitarbeiterInnen und Freiwillige um „Fit für den Wahlkampf“ zu sein?
Wer wahlkämpfen will, muss ernsthaft interessiert sein an den Wählerinnen und Wählern, an ihrer Lebenssituation und ihren Anliegen. Daneben muss man überzeugt sein, der Wählerschaft ein gutes Angebot machen zu können - und natürlich hilft Leidenschaft, Professionalität, Teamgeist und Spaß beim gemeinsamen Wahlkampf. Etwas Geld ist allerdings auch in Deutschland nötig, wenngleich weniger als in den USA.

Was können die Teilnehmenden im Bestellseminar "Fit für den Wahlkampf" lernen?
Weshalb es für Parteien nicht notwendig ist, dass 100 % der Menschen sie gut finden. Es würde ja oft schon reichen, wenn 30 % die eigene Partei wählen würden. Die gilt es, gut zu erreichen. Im Seminar lernen die Teilnehmenden, strategisches Gespür dafür zu entwickeln, wann und wo sich der Einsatz am meisten lohnt. Viele finden es natürlich auch klasse, sich gemeinsam in Rollenspielen oder Redeübungen vorzubereiten und einander ganz anders als in Kreisverbands-Sitzungen zu begegnen.

Zum Schluss: was sollten WahlkämpferInnen in keinem Fall vergessen?
Dass es im Wahlkampf nicht um Missionierung und politische Bekehrung, sondern um Dialog mit potentiellen Wählerinnen und Wählern geht. Also: Zuhören! Das fällt manchen in der Politik schwer, aber auch die sollten es endlich lernen. Wer nur sich selbst gerne reden hört, wird irgendwann allein bleiben.

 
 

Albert Eckert studierte Germanistik, Politik, Philosophie und Psychologie und ist ausgebildeter Mediator. Seit Ende 2005 ist er als selbstständiger PR- und Politikberater national und international tätig. Zuvor war Eckert parteiloses Mitglied der Grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, stellvertretender Sprecher des Berliner Senats und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Heinrich-Böll-Stiftung.

 
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